


08.11.2011
Mit dem 1. Symposium des Kompetenzzentrums Gesundheit und Soziales (KGS) hat das „Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft" (bbw gGmbH) gemeinsam mit den „Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft" (bfz gGmbH) eine Plattform für alle Entscheidungsträger im Bereich der vielschichtigen Gesundheitsberufe angeboten. Als feste Institution sollen die Symposien den Dialog zwischen Praktikern, Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und Interessierten des Bereichs Gesundheit und Soziales ermöglichen.
Das Thema des ersten Symposiums am 08.11.2011 war die Qualität im Bereich der Pflege mit dem Schwerpunkt
der Altenpflege und vor allem der Pflege dementiell Erkrankter.
Die Leiterin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Untermain e.V., Frau Geipel, gab die Kooperation mit bbw gGmbH und bfz gGmbH bekannt. Sie berichtete in ihrem Vortrag von den Schwierigkeiten, die offenen Stellen im Bereich der Betreuung von dementiell Erkrankten mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Diesem Mangel soll in Zukunft durch die Intensivqualifizierung Betreuungskraftplus im Demenzbereich begegnet werden. Mittels eines intensiven Eignungsgespräches und eines Orientierungspraktikums vor Beginn der Qualifizierung werden gezielt geeignete Personen ausgewählt, die den fachlichen sowie den menschlichen Anforderungen gerecht werden können. Mit diesem Zusammenschluss sollen kompetente Betreuungskräfte geschult werden, die den erhöhten Personalbedarf in diesem Bereich decken können.
Frau Simon-Wolf vom bbw gGmbH stellte in ihrem Vortrag die vielfältigen Aus- und Weiterbildungsangebote im Bereich der Altenpflege und Demenzbetreuung vor. Frau Kucher vom Forschungsinstitut betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH trug wissenschaftliche Ansätze zur Einschätzung und Verbesserung der Kompetenzen Pflegender vor.
In der abschließenden Podiumsdiskussion „Qualitätsniveau in der Qualifikation"- „Akquisition für Pflegeberufe" wurden Ansätze erörtert, wie dem Fachkräftemangel in der Pflege Abhilfe geschaffen werden kann. Einig waren sich die Diskutanten über die mangelnde Wertschätzung des Pflegeberufs. Frau Waigand von der Beratungsstelle Demenz Untermain-Aschaffenburg kritisierte vor allem das gesellschaftlich niedrige Ansehen der Pflegenden. Die ältere Generation und auch Diejenigen, die sie betreuten, müssten wertgeschätzt werden. Ein Ansatz hierzu sei ein Wandel hin zur „Normalität" des Altenpflegeberufs. Bereits im Kindergarten sollte diese Berufsgruppe vorgestellt und mit anderen Pflegeberufen gleich gestellt werden. Auch in Schulen soll verstärkt der Beruf der Altenpflege ins Bewusstsein gerückt werden. Gerade an Gymnasien komme dies noch zu kurz, dabei biete auch dieser Bereich Karrierechancen. Verwirklicht werden sollen diese Maßnahmen durch verstärkte Aktionen in Schulen und die Präsenz der Altenpflegeeinrichtungen beim Berufswegekompass in Aschaffenburg. Herr Maier, stellvertretender Geschäftsführer des Bereichs Altenhilfe beim Kreis-Caritasverband und Frau Simon-Wolf mahnten an, dass die Gesellschaft zu höheren Beiträgen zur Pflege bereit sein müsse- denn gute Pflege koste Geld. Die Politik habe hier noch viel zu leisten und auch die Spitzenverbände sollten hier stärker zusammenarbeiten. Eine Zusammenarbeit der verschiedenen Verbände solle auch regional angestrebt werden. Ein gelungenes Beispiel hierfür sei die Beratungsstelle Demenz Untermain-Aschaffenburg.
Der Beitrag zum Symposium von "main.tv" ist unter folgendem Link zu besichtigen:
http://main.tv/nachrichten/aschaffenburg-symposium-gegen-fachkraeftemangel.html
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