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Neues aus dem bfz Aschaffenburg

Gute Laune beim Deutschlernen

„Ich bin sprachlos, mit welch großartiger Motivation und Freude Sie unsere Sprache vermitteln", zeigte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel bei seinem Besuch des bfz Miltenberg von Lehrkraft Schiffer begeistert. Der nachmittägliche Deutschkurs am Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) in Miltenberg dient zur Vertiefung der deutschen Sprache und erzielt dabei sehr gute Erfolge. Davon konnte sich Rützel zusammen mit seiner Nürnberger Bundestagskollegin Gabriela Heinrich, Landrat Jens Marco Scherf und Vertretern des Jobcenters Miltenberg nun persönlich überzeugen.

Die üblichen Sprach- und Integrationskurse für Migranten und Flüchtlinge finden derzeit grundsätzlich vormittags statt und dauern fünf Stunden. „Danach sind die meisten erst einmal platt und kommunizieren nachher zu Hause doch eher wieder in der Muttersprache", erklärte Frau Schiffer. Über den sogenannten KompAS-Kurs am Nachmittag bestehe nun die Chance, im Anschluss noch einmal drei Stunden lang Deutsch zu sprechen und das Gelernte zu wiederholen und zu vertiefen. „Genau das ist besonders wichtig, um nicht sofort wieder alles zu vergessen", warf Rützel ein. „Ich weiß wovon ich spreche, denn dreimal in der Woche lerne ich noch vor Beginn der Bundestagssitzungen am frühen Morgen Englisch."

Am schwierigsten sei es für die 25 Kursteilnehmer, mit den drei Artikeln zurecht zu kommen, erklärte Kursleiterin Schiffer, was diese prompt widerlegten: stolz und ohne große Vorbereitung führten sie ihr Wissen vor. So beschrieb beispielsweise einer der Schüler den Weg vom bfz zum Landratsamt. „Absolut richtig", freute sich Landrat Scherf. „So korrekt könnte wahrscheinlich so mancher langjährige Bürger nicht den Weg skizzieren." Kehrtwendend lobten die Lehrkräfte die kurzen Wege zu Landratsamt, Jobcenter und Arbeitsagentur – nur diesmal nicht die Distanz betreffend, sondern mit Blick auf zeitlich kurze Kommunikations- und Arbeitsabläufe. „Es ist uns sehr an einer guten Zusammenarbeit gelegen, denn wir wollen, dass die Kursteilnehmer möglichst bald in unserer Gesellschaft ankommen", so Landrat Scherf. Neben all den Freiheiten, die Deutschland biete, gelte es auch, diverse Pflichten zu erfüllen und Verantwortung zu tragen, sei es indem Steuern gezahlt werden oder ehrenamtliches Engagement in Vereinen geleistet werde.

Abschließend machte Frau Schiffer auf zwei weitere Probleme aufmerksam: die Unterrichtsmaterialien der Verlage müssten dringend an die Orientierungskurse angepasst werden, die zuletzt von 60 auf 100 Stunden angehoben wurden. Diese Orientierungskurse schließen sich den Integrationskursen an, die eine Dauer von 600 Stunden haben. Die zeitliche Entzerrung sei derweil enorm wichtig gewesen, insbesondere mit Blick auf das zweite Phänomen, das die Lehrerin festgestellt hat: durch die Umstellung vom „rechts nach links"-Lesen und -Schreiben, wie es im Arabischen Sprachraum üblich ist, auf die Lese- und Schreibrichtung von links nach rechts entstünde bei vielen ihrer Schüler eine neue Art zu stottern. Darauf müssten die Lehrkräfte vorbereitet oder wenigstens eingestimmt werden, um sich dessen von vornherein bewusst zu sein und gegensteuern zu können.

„Es ist äußerst beeindruckend, wie das gemeinsame Lernen hier stattfindet und wie gut die Lernerfolge sind", resümierte Rützel. „Da wird es mir mit Blick auf die Integrationsfrage – gelungen oder gescheitert – nicht bange."

 

SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel bei seinem Besuch im bfz Miltenberg

Der Deutschkurs im bfz Miltenberg

SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel bei seinem Besuch im bfz Miltenberg

Der Deutschkurs im bfz Miltenberg

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