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Neues aus dem bfz Landshut

Erfolgreicher Berufsstart für Menschen mit Behinderung

Die heimische Wirtschaft kämpft um jeden Jugendlichen. Weil Fachkräfte und Auszubildende in vielen Branchen rar sind, bemühen sich die Arbeitsagentur Landshut-Pfarrkirchen und das bfz Landshut, niederbayerischer Hauptstandort der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) intensiv darum, junge Menschen mit Behinderung fit für das Arbeitsleben zu machen und sie in Ausbildung zu bringen.

Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz ist Benjamin Scheibengraber. Der 18-Jährige hat nach seinem Abschluss am Sonderpädagogischen Förderzentrum Landshut-Stadt und einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme für Menschen mit Handicap (BvB Reha) im bfz Landshut bei der Metzgerei Stegfellner den Start in die Berufswelt geschafft.

Im Rahmen der von der Arbeitsagentur ausgerufenen Themenwoche für Menschen mit Behinderung hat Scheibengraber, der durch eine Lernbehinderung eingeschränkt ist, am heutigen Donnerstag mit Eva-Maria Kelch, neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur, bfz-Leiterin Ingrid Schmidt und Metzgermeister Hubert Stegfellner über seinen Weg in die Lehre zum Metzgereifachverkäufer und die ersten Schritte in der Firma gesprochen.

Benjamin präsentiert Waren bei Metzgerei Stegfellner

von links nach rechts: Eva-Maria Kelch (Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit LA-PAN),
Ingrid Schmidt (bfz Leiterin), Hubert Stegfellner (Inhaber der Metzgerei Stegfellner),
Benjamin Scheibengraber (Auszubildender)

Im bfz-Projekt BvB Reha bekommen junge Menschen mit Behinderung im Auftrag der Arbeitsagentur die Möglichkeit, sich umfassend über Berufsbilder zu informieren und sich in verschiedenen Arbeitsfeldern auszuprobieren. Scheibengraber absolvierte bei Stegfellner im März zunächst ein zweiwöchiges Schnupperpraktikum. Daraus wurde ein Praktikum zur Eignungsfeststellung, bei dem drei Wochen im April und Mai geprüft wurde, ob der junge Mann für die Metzgerei und den Verkauf geeignet ist und ob ihm der Beruf auch langfristig Spaß macht. Danach folgte ein neunwöchiges Langzeitpraktikum von Ende Mai bis Ende Juli, bei dem er intensiv auf die Fachpraxis vorbereitet wurde. Weil Chef und Anwärter damit rundum zufrieden waren, ist Scheibengraber nun vom Bewerber zum waschechten Azubi aufgestiegen.

Seine Bildungsbegleiterin Enikö Brandl vom bfz Landshut hat ihn durch regelmäßige Besuche während der Praktika und Einzelcoachings für das Einüben von Betriebsabläufen unterstützt. Der Metzgerei Stegfellner half sie unter anderem mit Tipps für den Umgang mit Jugendlichen mit einer Lernbeeinträchtigung. Auch nach der Probezeit steht die bfz-Expertin dem Unternehmen und dem Azubi zur Seite, damit die Zusammenarbeit langfristig stabil bleibt. „Wir freuen uns, mit diesem Projekt den Menschen, die etwas Starthilfe brauchen, eine berufliche Perspektive zu geben und die Unternehmen in der Region gezielt verstärken“, sagte bfz-Leiterin Schmidt. Das bfz Landshut hat in diesem Projekt in den letzten beiden Jahren 27 Teilnehmer betreut. Weit über die Hälfte wurde wie Scheibengraber direkt in eine Ausbildung vermittelt.  

Trotz der guten Arbeitsmarktlage haben es insbesondere Menschen mit Behinderung nach wie vor schwer, eine Beschäftigung zu finden. Zu Unrecht, wie Arbeitsagentur-Chefin Kelch erklärte: „Menschen mit Handicap leisten vollwertige Arbeit im Unternehmen. Besonders loyal und motiviert stellen sie ihr Können bei ihren Arbeitgebern unter Beweis.“ Mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftebedarf werde es immer wichtiger, die Potenziale von Menschen mit Behinderung zu fördern. Die Aufgabe in den Arbeitsagenturen und Jobcentern sei, auf diese Potenziale aufmerksam zu machen und bei Bedarf individuelle Unterstützung anzubieten. Die Förderinstrumente sind laut Kelch umfangreich und vielfältig. Erfreulicherweise setzen sich bereits viele Unternehmen gemeinsam mit uns für die Integration von Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben ein.  Dennoch seien diese Menschen mit einer aktuellen Quote von knapp neun Prozent überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen. „Deshalb wünsche ich mir, dass noch mehr Unternehmen (schwer)behinderten Menschen eine Chance geben. In ganz besonderem Maße sind hier die öffentlichen Arbeitgeber gefordert, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. Nur so kann Inklusion Realität werden.“, sagte Kelch.

Hubert Stegfellner bereut die Entscheidung ganz und gar nicht: „Benjamin wird regelmäßig vom bfz besucht und absolviert dort auch ein Zusatzprogramm zur Vertiefung des Lernstoffs. Die Betreuung ist sehr positiv und wir sind froh, dass wir Benjamin als Azubi haben.“

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Unternehmen unter:

Informationen zu den Fördermöglichkeiten beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit: 

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