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Reha-Management unterstützt Menschen auf dem Weg zurück in den Berufsalltag

Erfolgreiche Integration am Arbeitsplatz: Reha-Management unterstützt Menschen auf dem Weg zurück in den Berufsalltag

Viele Menschen erleben in ihrem Leben Rückschläge. Alles geht seinen gewohnten Gang, bis ein unerwartetes Ereignis alles auf den Kopf stellt. Ein Unfall, eine Krankheit und nichts ist mehr wie es vorher war.

So ein Ereignis traf auch Luther Gower. Ein Arbeitsunfall warf ihn aus der Bahn. Ein Unterschenkelbruch machte es dem 37-jährigen, gebürtigen US-Amerikaner unmöglich, weiterhin in einem Kühllager als Staplerfahrer zu arbeiten. Da eine Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz nicht möglich war, wandte sich die zuständige Berufsgenossenschaft ans bfz Nürnberg.

Die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) unterstützen Menschen, die eine neue berufliche Perspektive brauchen und begleiten sie auf dem Weg zurück in den Berufsalltag. Das Angebot „Rehamanagement“ ist modular aufgebaut und ermöglicht so eine individuelle Vorgehensweise, die medizinische und berufliche Rehabilitation verzahnt und sich ganz am Einzelfall orientiert. Das „Rehamanagement“ bietet vier Module an, die z.B. folgende Inhalte umfassen können: Anamnese, Situationsanalyse, Diagnostik, Berufswegplanung, Berufspädagogische Testung, Bewerbungstraining, Coaching, Krisenintervention, Qualifizierungen, Betriebliche Ausbildung oder Umschulung, Beratung des Arbeitgebers, Arbeitsplatzgestaltung, Nachbetreuung.

Um ein objektives Gesamtbild der körperlichen Leistungsfähigkeit von Herrn Gower in Bezug auf seinen zukünftigen Arbeitsplatz zu erhalten, leitete das bfz Nürnberg zunächst einen EFL-Belastungstest (Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit) ein. In diesem Test werden die körperlichen Anforderungen verschiedener beruflicher Tätigkeiten simuliert und so entsteht ein Bild der konkreten Belastbarkeit des Teilnehmers. Auf Basis der Testergebnisse wurden zusammen mit Herrn Gower berufliche Alternativen erarbeitet.

„Es ist wichtig, nach den individuellen Bedürfnissen der Menschen zu schauen, denn nur so können gute Ergebnisse erzielt werden und die Menschen bleiben auch langfristig in ihrer neuen Tätigkeit“, erklärt Harald Schugk vom bfz Nürnberg, der Herrn Gower auf seinem Weg zurück in den Beruf begleitete.

Im nächsten Schritt galt es nun zu testen, wie Herr Gower die alltägliche Arbeitsbelastung körperlich verkraften und sich in den neuen Tätigkeitsfeldern einfinden würde. Das bfz Nürnberg organisierte für Herrn Gower Praktika in verschiedenen Betrieben. Nach einem Praktikum in einer Zweirad-Werkstatt absolvierte Herr Gower weitere Praktika in Auto-Lackierereien. Obwohl die neuen Tätigkeitsbereiche Herrn Gower sehr gut gefielen, stellte sich jedoch heraus, dass er der einseitigen körperlichen Belastung nicht gewachsen war.

„Mir hat die Arbeit in allen Bereichen großen Spaß gemacht, doch leider stellte ich fest, dass diese Tätigkeit auf Dauer nicht möglich ist“, so Herr Gower.

Da der berufliche Neuanfang mit Hilfe des „Rehamanagement“ aber unbedingt eine dauerhafte Perspektive eröffnen soll, entschieden Luther Gower und sein bfz-Coach, Harald Schugk, weitere Bereiche zu erproben. Das nächste Praktikum organisierte Herr Schugk bei der Firma Gmöhling. Herr Gower erhielt die Chance, die Tätigkeiten im Bereich der Produktion von Transportgeräten aus Aluminium kennen zu lernen und sukzessive in die Arbeitsabläufe einzusteigen.
  

Herr Gower an seinem Arbeitsplatz

Herr Gower an seinem Arbeitsplatz

   
„Herr Camli, der Fertigungsleiter, war äußerst zufrieden mit der Arbeit von Herrn Gower“, erklärt Herr Schugk, der sich regelmäßig persönlich im Betrieb vom Verlauf des Praktikums überzeugte. Da die Firma Gmöhling gute Chancen für eine Einstellung von Herrn Gower sah, stimmte die Berufsgenossenschaft der Verlängerung seines Praktikums um zwei Monate zu.
    

Erfolgreiche Integration am Arbeitsplatz. Herr Schugk (li.) vom bfz Nürnberg mit Herrn Gower (re.) bei Firma Gmöhling.

Erfolgreiche Integration am Arbeitsplatz: Herr Schugk (li.) vom bfz Nürnberg mit Herrn Gower (re.) bei Firma Gmöhling.

   
„Nach den insgesamt drei Monaten hat mich die Firma dann übernommen“, freut sich Herr Gower. Inzwischen arbeitet er nun seit fast einem Jahr bei der Firma Gmöhling und hat seinen beruflichen Wiedereinstieg nach seinem Arbeitsunfall geschafft. Herr Camli freut sich über den zuverlässigen und motivierten Mitarbeiter. Die Beschäftigung von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist für ihn selbstverständlich: „Ich finde, es ist wichtig, den Menschen eine Chance zu geben, die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer haben.“

Neben der Firma Gmöhling arbeitet das bfz Nürnberg mit vielen anderen Betrieben der Region zusammen und unterstützt Menschen mit ganz unterschiedlichen gesundheitlichen Einschränkungen bei ihrer Rückkehr ins Erwerbsleben. Dank des immer auf den individuellen Einzelfall abgestimmten Vorgehens und der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten, erreichen wir sehr hohe Erfolgsquoten.


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