Aktuelle Seite: Startseite  » Standorte » Unterallgäu · Bodensee · Oberschwaben » Wir über uns » Aktuelle Projekte » Integrationscoach für erwachsene Migrantinnen und Migranten

Integrationscoach für erwachsene Migrantinnen und Migranten

Integrationscoach für erwachsene Migrantinnen und Migranten

Ein Teilprojekt des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Konzeptioneller Hintergrund

Die passgenaue und nachhaltige Integration von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt gewinnt angesichts der aktuellen Integrationsdebatte und des zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangels  immer mehr an Bedeutung. Das Konzept "Integrationscoach" richtet sich an erwachsene Migranten und ist insbesondere auf zu integrierende Menschen zugeschnitten. Idealtypisch gliedert sich das vorgeschlagene Vorgehen in drei Phasen, wobei die Schwerpunkte auf den Phasen 1 und 2 liegen:

  • Phase 1:
    Kompetenzcheck mit Kompetenzerfassung incl. Anerkennungsberatung
  • Phase 2:
    Vermittlungscheck mit Vermittlung in Qualifizierung, Praktika, Ausbildung oder Arbeit
  • Phase 3:
    Coaching mit weiterführender Unterstützung unter Berücksichtigung der individuellen Situation

Phase 1: Kompetenzcheck

Die Erfassung  der vorhandenen persönlichen Kompetenzen ist sehr wesentlich und für die am Integrationsprozess beteiligten Partner wie Jobcenter, Arbeitsagentur und Bildungseinrichtungen mitunter ein Problem aufgrund knapper Ressourcen.

Zeugnisse liegen oft nicht vor oder sind nicht übersetzt und die Anerkennung bzw. systematische und regionale Anerkennungsberatung ist oft erschwert. Ziel ist es, durch eine vertrauensfördernde Arbeit schrittweise die Kompetenzen und Kenntnisse zu erschließen.

Der Integrationscoach arbeitet prozesshaft. Die individuelle Verweildauer im Projekt soll mindestens ca. drei Monate betragen, muss aber flexibel gehalten werden. Zusätzliche Personalressourcen können erschlossen werden unter Beachtung der biografischen Stärken und Schwächen des Teilnehmenden. Hard- und Softskills und Schlüsselkompetenzen werden im Rahmen praktischer Aufgabenstellungen beobachtet incl. Tests.

Die Ergebnisse werden in einem standardisierten Kompetenzbogen zusammengefasst und können somit dem Teilnehmenden und den beteiligten Arbeitsmarktakteuren sichtbar gemacht werden.

Sehr wichtig ist die Transparenz gegenüber dem prozessbeteiligten Teilnehmenden. Er lernt sich selbst einzuschätzen und wird damit motiviert, an passenden Qualifizierungsangeboten teilzunehmen und nicht in prekäre Arbeitsverhältnisse abzugleiten, wie es gerade bei Flüchtlingen häufig beobachtet wird. Die allgemeine Kompetenzfeststellung wird nun durch eine Spezialisierung auf bestimmte Branchen oder Berufe erweitert. Die erforderlichen Fachkompetenzen werden definiert werden, die passgenaue Vermittlung forciert mit Einbindung der Kammern, Innungen und Verbände.

Die Testung und Beurteilung finden dann in darauf vorbereiteten Unternehmen statt. Eine Testung in mehreren ggf. verschiedenen Branchen ist vorgesehen. Auch diese weiterführenden Ergebnisse werden im Kompetenzbogen festgehalten. Die Kompetenzfeststellung umfasst eine Anerkennungsberatung. Soweit sinnvoll und möglich werden die vorhandenen Qualifikationsnachweise von externer Stelle überprüft wobei das bfz auf die vorhandenen, langjährigen und bekannten regionalen Strukturen im Raum zurückgreifen kann.

Phase 2: Vermittlungscheck

Mit Hilfe der festgestellten Kompetenzen und den Ergebnissen im Coachingprozess sollen die Perspektiven für den weiteren beruflichen Werdegang und die dafür notwendigen Schritte entwickelt werden. Dies findet im Netzwerk mit den Teilnehmenden, dem Integrationscoach, den Arbeitsvermittlern/Fallmanagern, den Kammern und weiteren relevanten Institutionen wie Beratungsstellen oder Berufsschulen statt.

Die weitere Unterstützung und Beratung der Teilnehmenden mündet in die Vermittlung von Qualifikationsmaßnahmen, Unterstützung der Bewerbungsbemühungen und die Vermittlung in Praktika, die vom Integrationscoach begleitet werden und in Arbeitsverhältnisse münden sollen soweit möglich.

Das Konzept Integrationscoach bezieht bei der Definition der Kriterien alle Beteiligten mit ein. Die Ergebnisse entstehen im Dialog und werden transparent gemacht, wodurch eine hohe Motivation vor allem bei den Teilnehmenden erreicht werden soll. Die betriebliche Praxis und die Orientierung daran haben Priorität. Durch die Arbeit soll verdeutlicht werden, wie wichtig für Einwanderer bei der Integration in Deutschland und in den Arbeitsmarkt von Anfang an der Kontakt zur Praxis ist.

Für manche Migranten sind hohe Hürden bei der Erteilung von Arbeitserlaubnissen oder das Finden einer geeigneten Praktikumsstelle hemmend. Die bestehende und langjährige Zusammenarbeit im regionalen Netzwerk wird vertieft und die Arbeitsmarktakteure werden sensibilisiert für die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe. Die Bearbeitung des Themas Anerkennung von Abschlüssen fördert langfristig und nachhaltig das Know How aller Akteure am Standort.

Phase 3: Coaching

Das Coaching umfasst die weiterführende Unterstützung bei Qualifizierung, Praktika, Ausbildung oder Arbeit in Absprache mit den Kostenträgern unter Berücksichtigung der individuellen Situation und unter Beachtung der sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen.

Die Zusammenarbeit erfolgt in Abstimmung mit den Ausländerbehörden sowie lokalen Netzwerkpartnern.

Eingesetzte Integrationscoaches

bfz Radolfzell
Robert-Gerwig-Straße 11
78315 Radolfzell
Antje Rummel
Telefon: 07531 892659-10

bfz Überlingen
In den Mühlen 2
88662 Überlingen
Telefon: 07551 95010

bfz Friedrichshafen
Müllerstraße 14
88045 Friedrichshafen
Telefon: 07541 59190

 

Das IQ Netzwerk Baden-Württemberg im Internet:

www.netzwerk-iq-bw.de


Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten ab. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit.  

 

Das bfz ist seit Anfang 2013 Partner im IQ-Netzwerk Baden-Württemberg im Bodenseeraum mit dem Angebot „Integrationscoach". An den Standorten Friedrichshafen, Überlingen und Radolfzell werden erwachsene Migranten durch gezieltes individuelles Coaching aktiv auf dem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt. Das Leistungsspektrum reicht je nach Bedarf von Profiling, Kompetenzermittlung und -testung (Kompetenzcheck) über Vermittlung in Anerkennungsberatung, Praktika in kooperierenden Betrieben und Bewerbungscoaching bis hin zur bedarfsorientierten Betreuung von Migranten nach der Arbeitsaufnahme.

Das bfz gehört in den Bereichen Bildung, Beratung, Personal und Soziales zu den führenden Anbietern in Deutschland und ist ein flexibler Partner mit umfassenden Lösungspaketen. In der Region Bodensee und Bodensee-Oberschwaben ist das bfz seit 1983 tätig mit derzeit rund 190 Mitarbeitern. Die Zielgruppen umfassen das Spektrum Jugendliche, Erwachsene, Rehabilitanden, Schwerbehinderte, Alleinerziehende, Bleibeberechtigte, Migranten u.a. Das Angebotsspektrum umfasst arbeitsmarktorientierte Qualifizierungskonzepte, individuelle Beratungen, passgenaue Vermittlungen und unterschiedliche Integrationsprojekte auch im Rahmen von ESF geförderten Maßnahmen wie z.B. berufsbezogene Deutschförderung durch das ESF-BAMF-Programm oder das mehrjährige Netzwerkprojekt „Bleiben mit Arbeit - Vernetzte Hilfen am Bodensee" mit verschiedenen Netzwerkpartnern. Das bfz ist hier mit der Koordination des Netzwerks betraut und nimmt zentrale Aufgaben wahr wie die Öffentlichkeitsarbeit, die Vernetzung mit strategischen Partnern, das Monitoring und die Vernetzung auf Landes- und Bundesebene.

Seminarfinder

in der näheren Umgebung
bis 25 km
bis 50 km
bis 100 km
Entfernung
Seminartitel
Veranstaltungsort

Fördermöglichkeiten

Egal ob Bildungsgutschein, Meister-BAföG oder Bildungsprämie:
Die Wege zur Finanzierung.

© 2018   Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gemeinnützige GmbH