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Nachbetrachtung RehaForum 2019

Nachbetrachtung RehaForum 2019: Seele und berufliche Rehabilitation

Am 17.Juli 2019 hat im Sheraton Carlton Hotel in Nürnberg das RehaForum 2019 zum Thema „Seele und berufliche Rehabilitation" stattgefunden. Das Produktmanagement Rehabilitation freute sich ca. 140 Gäste begrüßen zu dürfen. Zahlreiche Vertreter*innen von Berufsgenossenschaften, Agenturen für Arbeit, vieler Jobcenter und des Regionalen Einkaufzentrums Bayern folgten unserer Einladung. Auch bei der Deutschen Rentenversicherung Bund und Land sowie der Knappschaft-Bahn-See haben wir mit dem Thema des RehaForums einen „Nerv" getroffen.

Zudem haben einige Kolleg*innen anderer Bildungswerke der Wirtschaft und Kolleg*innen der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) die Gelegenheit genutzt, auch heuer wieder beim bfz-RehaForum dabei zu sein. Und natürlich war auch dieses Jahr wieder viel Zeit zum Netzwerken, die unsere Kolleg*innen aus unseren Standorten auch intensiv nutzten.

 

Teilnehmer am RehaForum 2019 Kleine Aufmerksamkeiten

 

Herr Braun, Geschäftsführer der bfz gGmbH, eröffnete die Veranstaltung. Fußball war auch bei diesem RehaForum ein Thema, das er aufgriff. Allerdings wären die „Erfolgsmeldungen" in der jüngeren Vergangenheit aus seiner Sicht „nach oben hin noch ausbaufähig". Braun: „Gut, dass es bei unseren BTZen besser läuft – wenn auch da noch viel Luft nach oben ist" und dankte im Anschluss den Mitarbeiter*innen der BTZen für Ihr Engagement im Unternehmen.

 

Ottmar Waterloo, Leiter Produktmanagement Rehabilitation

 

"Laut einer Analyse der Swiss Life Versicherung ist eine psychische Erkrankung bei weit über einem Drittel -37 % der Fälle- Ursache des vorzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben. Damit einhergehen dürfte nach Einschätzung der Studie, die Zunahme von Stress, Leistungsdruck und mangelndem Ausgleich im Arbeitsleben.", führte Herr Waterloo, Leiter Produktmanagement Rehabilitation, in die Thematik ein. Jeder Vierte zwischen 18 und 25 Jahren leidet an Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. Aus diesem Grund sind medizinische und therapeutische Angebote gleichermaßen gefragt.

Mit Prof. Dr. Dr. Keck konnten wir in diesem Jahr den Leiter und Chefarzt des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie als Fachreferenten gewinnen. Er ist Experte für die medizinische Behandlung von Depression und Burnout.
Aber bevor Prof. Dr. Dr. Keck referierte, durften wir Frau Koch, Trainingsmitarbeiterin aus dem BTZ im bfz München begrüßen. Sie hat uns ihre Geschichte erzählt und berichtete wie es ihr in der Zeit vor der stationären Hilfe ergangen ist.

 

Trainingsmitarbeiterin Frau Koch und Katrin Mungenast Vortrag Prof. Dr. Dr. Keck

 

Das Risiko im Laufe des Lebens psychisch zu erkranken beträgt 10%, dabei sind Depressionen zu 30% chronisch. 15 – 20% der Menschen nehmen sich das Leben, weil Sie die Depression nicht aushalten. Medikamentöse Behandlung einer psychischen Erkrankung sollte einhergehen mit einer Psychotherapie. Dabei ist für den Erfolg der Therapie entscheidend, dass die verordneten Medikamente auch wirken. Das ist nicht immer so und wird im Rahmen der Behandlung oft auch nicht –rechtzeitig- erkannt. Im Nachgang an das psychische Leiden bekommen die Patienten oftmals physische Folgeerkrankungen. Zum Ende des Vortrags nannte Herr Prof. Keck noch „Regeln", die einer psychischen Erkrankung vorbeugen können. Dazu zählen vermeintlich banale alltägliche Dinge, wie ausreichend Schlaf, Sozialkontakte, ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung. Nähere Informationen zu dem Vortrag und der Thematik Depressionen finden Sie in der Infobroschüre von Prof. Dr. Dr. Keck (PDF von der Webseite professorkeck.de, 1.948 KB) .

Gesprächsrunde

 

Frau Koch stellte im Anschluss an den Fachvortrag die Verbindung zum BTZ her. Sie berichtete, wie es ihr nach der stationären Behandlung ergangen ist und welche Faktoren Sie dazu bewegt haben, die Unterstützung im BTZ im bfz zu suchen.

 

Karte der BTZen im bfz

 

„Aktuell betreiben wir BTZen im bfz an den Standorten Würzburg, München, Kempten und Radolfzell , 2020 werden ein BTZ am bfz Standort Nürnberg eröffnen. Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, auch ein Unternehmen der bbw-Gruppe, betreibt in den Bundesländern außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs aktuell insgesamt 10 BTZen. Zwischen dem bfz und der FAW findet auch zu den BTZen ein stetiger Austausch und Wissenstransfer statt", führte Eva-Maria Weber, Leiterin des BTZ im bfz Würzburg aus.
Das Ziel der BTZen ist die berufliche Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt mithilfe eines ganzheitlichen beruflichen Trainings, unterstützt durch ein multiprofessionelles Team.

 

Vortrag Herr Twardowski

 

Herr Twardowski aus dem BTZ im bfz Kempten stellte uns den Weg ins BTZ im bfz vor. Voraussetzung für die Teilnahme an der Leistung ist eine Belastbarkeit der Teilnehmenden von mindestens 4 Stunden täglich. Die medizinische Rehabilitation soll weitgehend abgeschlossen sein und die Bewilligung der Leistung durch den zuständigen Rehaträger muss vorliegen. Nachdem ein Teilnehmender Kontakt zu einem BTZ aufgenommen hat, findet ein Informations- bzw. Aufnahmegespräch statt. Anhand eines Videos über die Geschichte eines Trainingsmitarbeitenden aus dem BTZ im bfz Kempten wurde deutlich, wie komplex der Lebenslauf und die Problemlage der Trainingsmitarbeitenden sein kann.

Die neusten Entwicklungen im Rahmen des Projektes DIGI-ComLAB präsentierten während der Mittagspause und in den Kaffeepausen die Kolleginnen vom f-bb. Im Mai 2019 hat am Standort Nürnberg das EFL-Testzentrum (Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit) eröffnet. Auch dies wurde mit Einblicken in die Testungspraxis im Foyer vorgestellt.

 

Vortrag Petra Angermeier

 

Dass es herausfordernd sein kann, seinen eigenen Weg wieder zu finden und „neues Terrain" in der Orientierungsphase der BTZen zu erobern, verdeutlichten uns Petra Angermeier, stellvertretende Leiterin des BTZ im bfz Würzburg gemeinsam einem ehemaligen Trainingsmitarbeiter. In der Orientierungsphase erarbeiten wir mit den Teilnehmenden eine individuelle Standortbestimmung und unterstützen sie darin, eine neue gesundheitsangepasste berufliche Perspektive zu entwickeln. Das berufliche Training bietet stützende Rahmenbedingungen, um sich die nötige psychische Stabilität für die Anforderungen des Arbeitslebens zu erarbeiten.

Nach der Orientierung folgt in der Regel die Qualifizierung, so auch in den BTZen. In dieser stehen die Vermittlung, Reaktivierung, Vertiefung der beruflichen Fertigkeiten und Kenntnisse in den verschiedenen Trainingsbereichen im Fokus. Typisch für diese Phase sind auch betriebliche Praktika und Erprobungen, berichteten Frau Angermeier aus dem BTZ im bfz Würzburg, sowie Frau Raubal und Frau Koch aus dem BTZ im bfz München.

 

Frau Koch und Frau Raubal

 

Frau Koch befindet sich in der Integrationsphase und ist auf der Suche nach einem Job in der Bildungsbranche, wie sie uns im Interview mit Frau Götz vom BTZ München berichtet. Ziel der Integrationsphase ist die Stärkung integrationsrelevanter Handlungskompetenzen, Coaching und Begleitung im Bewerbungsprozess, sowie die konkrete Vorbereitung der Arbeitsaufnahme.
Unsere Integrationserfolge geben dem betriebsnahen Ansatz des BTZ recht, immerhin liegt die Integrationsquote der BTZen im bfz im Durchschnitt der letzten Jahre bei ca. 68 %.

Um die Nachhaltigkeit unserer Integrationserfolge zu sichern, bieten die BTZen eine Nachbetreuung von bis zu 6 Monaten an. Diese Möglichkeit nimmt gerade der Trainingsmitarbeiter aus dem BTZ im bfz Würzburg wahr, da in seinem Betrieb strukturelle Probleme aufgetreten sind, bei deren Lösung er die Unterstützung des BTZ in Anspruch nimmt. Er hat sich an die Kolleg*innen des BTZ im bfz Würzburg gewandt. Nun werden gemeinsam Lösungen erarbeitet.

 

Frau Koch und Frau Götz Frau Raubal und ein Teilnehmer am RehaForum 2019

 

WELTEN VERBINDEN ist der Claim der BTZen im bfz, so lautet auch das Fazit von Frau Raubal, Leiterin des BTZ im bfz München. Die BTZen verbinden Welten zwischen einem Menschen mit einer „angeschlagenen Seele" und den Anforderungen der Berufs- und Alltagswelt.

Die Perspektive der Betriebe präsentierte uns das Unternehmens-Netzwerk INKLUSION (UNI). Das Thema seelische Beeinträchtigungen ist seit langem Bestandteil im Beratungsangebot von UNI. Nicht zuletzt im Zuge des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels ist der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit ein wichtiges Thema, auch und insbesondere in kleinen und mittelständischen Betrieben der Wirtschaft. Das Interesse der Arbeitgeber*innen am Themenkomplex „psychische Beeinträchtigungen" hat stark zugenommen. Es trifft auch im Rahmen der Beratungsangebote auf massiv ansteigendes Interesse. Einige Beispiele von gelungenen Runden Tischen im Kontext von „Psyche und Betrieb" belegen dies. Welchen nutzen Runde Tische haben können, stellten uns Frau Kattenbeck von UNI und Frau Kurz, Personalleitung des ambulanten Pflegedienstes „die Ambulanten e.V.", vor. Dabei stehen vor allem die interessanten Themen, wie beispielsweise „Verrückt nach Arbeit – Psychische Erkrankungen" und der Austausch der Unternehmen untereinander im Fokus.

 

Frau Kattenbeck und Frau Kurz

 

Downloads

Alle Fotos: Andreas Riedel, www.fotografie-riedel.de

Das nächste RehaForum findet am Mittwoch, 15. Juli 2020 im Sheraton Carlton Hotel in Nürnberg statt. Weitere Informationen erhalten Sie zeitnah.

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