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RehaForum 2018: „Digitalisierung und Teilhabe am Arbeitsleben“

RehaForum 2018: „Digitalisierung und Teilhabe am Arbeitsleben“

Mitte Juli lud das Produktmanagement Rehabilitation der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH in Nürnberg zur zehnten Auflage des RehaForums. Mitveranstalter war das „Unternehmens-Netzwerk INKLUSION”.

„Digitalisierung und Teilhabe am Arbeitsleben“

Zu den 130 Gästen der ausgebuchten Veranstaltung zählten Repräsentanten der Deutschen Rentenversicherung Bund und regional, der DRV Knappschaft-Bahn-See, der Bundesagentur für Arbeit, der Jobcenter, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sowie Vertreter der Haftpflichtversicherungen, Rehakliniken, Rehakoordinatoren/innen und Rehafachkräfte der bfz-Standorte.

Wolfgang Braun, Geschäftsführer der bfz gGmbH, eröffnete die Veranstaltung mit einer Übersicht der Aktivitäten des Unternehmens. Die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) haben 2017 über 5.000 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden in den Bereichen Reha-Ausbildung und Wiedereingliederung betreut. Das Ziel, die Teilhabe am Arbeitsleben, wurde bei 60 bis 100 Prozent der Teilnehmenden erreicht.

Ottmar Waterloo, Leiter des Produktmanagements Rehabilitation, führte mit seiner Rede in die Thematik der Veranstaltung ein: „Digitalisierung 4.0, andere sagen Arbeit 4.0.Ein Thema, dass zuweilen polarisiert!“ Während die Digitalisierung auch die Rahmenbedingungen im Reha-Bereich immer weiter verändert, bleibe das Ziel der inklusiven Teilhabe am Arbeitsleben bestehen. Der Weg zur Digitalisierung in der Arbeitswelt werde nicht allen leicht fallen, er sei aber keinesfalls unmöglich, sagte Waterloo.

Arbeiten und Leben in der Zukunft – Digitalisierung und Teilhabe am Arbeitsleben

Der Zukunfts- und Trendforscher Kai Gondlach vom Leipziger Innovationsnetzwerk 2b AHEAD Think Tank GmbH präsentierte Möglichkeiten einer digitalen Welt. Grundsätzlich könne Zukunft nicht vorausgesagt, aber Trends analysiert werden. Wie sehr Digitalisierung unseren Alltag verändern könnte, wird spätestens beim Thema „Unsterblichkeit statt Krankenakte“ deutlich. So hat die Forscherin Liz Parrish ein Serum entwickelt, das den Alterungsprozess organischer Zellen stoppt. Andere Forscher entwickelten Computerchips, die im Gehirn Krankheitsprozesse steuern und verändern können. Kai Gondlach selbst  trägt einen solchen Chip unter der Haut, mit dem er Daten speichern, bargeldlos zahlen und Türen öffnen kann. Bereits heute gibt es kostenlose Apps für das Smartphone, die die Emotionen ihrer Träger analysieren und zum Beispiel bei psychischen Problemlagen Hilfe rufen können. Mit seinem Vortrag zeigte Kai Gondlach die Potenziale der Digitalisierung für den Reha-Bereich und lud die Zuhörer ein, auch über ethische Fragen zu diskutieren.

Digitales Lernen in der bfz gGmbH – Meko@Reha und DIGI-ComLAB

Gemeinsam mit seiner Kollegin Annette Schuwirth, Reha-Koordinatorin am bfz-Standort Nürnberg, stellte Dr. Matthias Kohl vom Forschungsinstitut betriebliche Bildung (f-bb) das bundesweite Kooperationsprojekt MeKo@Reha vor. Dieses fördert die digitale Lernkultur und ist an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gerichtet. Es besteht aus den drei Säulen Organisationsentwicklung, Qualifizierung und Evaluation. Annette Schuwirth berichtete, wie das Projekt am Standort umgesetzt wird. So finden beispielsweise einrichtungsinterne Workshops mit dem f-bb oder Videokonferenzen mit anderen Partnern statt. Es wurden etwa ein Medienwagen mit Laptops eingerichtet, ein Nutzungskonzept erstellt sowie Ideen für partizipative Unterrichtsformen entwickelt, sodass alle Teilnehmer bestmöglich und im Rahmen ihrer Fähigkeiten mit den zur Verfügung gestellten Mitteln arbeiten können.
Hier geht es zur Meko@Reha-Befragung (ab 17. August).

Das Projekt DIGI-ComLAB richtet sich an Menschen mit (multiplen) Behinderungen und wurde von Sabrina Lorenz, Forschungsinstitut betriebliche Bildung (f-bb), und Andrea Völkl-Endreß, Reha-Koordinatorin vom bfz-Standort Hof, präsentiert. Der Vortrag gab eine Übersicht der Kompetenzprofile der Zielgruppe sowie der spezifischen Anforderungen an die Umsetzung des Projektes. Dabei folgt das Konzept einem Gamification-Ansatz, bei dem die Teilnehmenden via Tablet selbst entscheiden, wann und wie lange sie die interaktiven Lernangebote nutzen.

Digitalisierung in der Eignungs- und Leistungsdiagnostik

Jutta Kohler-Semmler, Leiterin des Kompetenzzentrums Berufliche Diagnostik (KBD) im bfz München, zeigte am Beispiel des Hogrefe-Testsystems, wie Digitalisierung in der Eignungs- und Leistungsdiagnostik umgesetzt wird. Vorteile der digitalen Anwendung sind unter anderem die differenzierte Sprachauswahl, elektronische Auswertung von Antwortbögen  und Lieferung von validen und zuverlässigen Messerergebnissen. Entsprechende EDV-Kenntnisse der Teilnehmer werden dabei vorausgesetzt.

Unternehmens-Netzwerk INKLUSION – Einblick in die Praxis des Beratungsprojektes

Bereits im vergangenen Jahr wurde das Arbeitgeber-Beratungsprojekt  Unternehmens-Netzwerk INKLUSION  vom Teilprojekt Bayern vorgestellt. In diesem Jahr präsentierten Ulrike Osterloh, Inklusionsberaterin am Standort Augsburg, und Robert Freumuth, Inklusionsbeauftragter bei der diwa Personalservice GmbH, typische Fragen eines Beratungsgesprächs.

Bis Juli 2018 wurden im Bundesprojekt mehr als 140 Veranstaltungen mit rund 3.000 Teilnehmenden und knapp 1.700 Arbeitgeber-Beratungen durchgeführt. Für die diwa Personalservice GmbH hat die Einstellung von Menschen mit Behinderungen einen hohen Stellenwert. So wird das Thema Inklusion auch in der Öffentlichkeit unter dem Motto Siegertyp.Rocks präsentiert. Da es bei der Beschäftigung von Menschen mit erhöhtem Förderbedarf viele Dinge zu beachten gibt, entstand die Zusammenarbeit zwischen Freumuth und Osterloh. In Bezug auf die Zahlung der Ausgleichsabgabe musste geklärt werden, ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrem Unternehmen bzgl. des Grades ihrer Behinderung Auskünfte erteilen müssen. Tatsächlich darf, so das Ergebnis, der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nach sechsmonatiger Beschäftigung im Unternehmen dazu befragen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schwerbehinderung  können, so eine weitere Einsicht des Vortrages, im ruhenden Arbeitsverhältnis  auf die Ausgleichsabgabe angerechnet werden. Auch Themen wie Barrierefreiheit, rechtliche Vorschriften bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung sowie Arbeitszeitmodelle wurden abgedeckt.

Digitales Online-Mentoring – Brücken in den Arbeitsmarkt

Alexander Hopman, Geschäftsführer der Stiftung myHandicap und Netzwerkpartner der bfzund des Unternehmens-Netzwerks INKLUSION auf Bundesebene, präsentierte seine App eAbility. Diese bietet ein 1:1 Mentoring für Unternehmen und Menschen mit Behinderungen in der Bewerbungsphase an.

Beispiele guter Praxis

Positive Praxisbeispiele kamen in diesem Jahr  aus den Beruflichen Trainingszentren (BTZ) der bfz-Standorte Würzburg und München. Susanne Kaltenstadler, Sozialpädago­gin im BTZ Würzburg und  Eva-Maria Weber, Leiterin des BTZ Würzburg, präsentierten ihre Erfahrungen. Dabei wurde deutlich, dass die persönliche Unterstützung und Ermutigung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenso wichtig ist, wie die Möglichkeit, erste Arbeitserfahrungen in einem geschützten Bereich sammeln zu können.

Catharina Raubal, Koordinatorin des BTZ am bfz-Standort München und Barbara Winter, stellvertretende Leitung unseres Standorts München, präsentierten ebenfalls ein Praxis-Beispiel des BTZ. Im Rahmen einer  Leistung wurden für eine Teilnehmerin individuell abgestimmte Wochenpläne entworfen. Sie erhielt EDV-Trainings und konnte die erworbenen Fähigkeiten im Inhouse-Training weiter ausbauen. Schließlich nahm sie eine Stelle als Bürokraft im dem Betrieb an, in dem sie zuvor ein betriebliches Training absolviert hatte – und verließ das BTZ mit einem Lächeln.

Nachfolgend die Vorträge zum Download:


Alle Fotos: Andreas Riedel, www.fotografie-riedel.de

Das RehaForum 2019 findet am 17. Juli im Sheraton Carlton Hotel in Nürnberg statt. Der Themenschwerpunkt lautet „Seele“.

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