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Neues Handlungskonzept an der Berufsfachschule für Pflege in Immenstadt

Mit Kinästhetik, der Lehre der Bewegungsempfindung, erweitert die Pflegeschule der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) ihr Anwendungsgebiet.

Tag der Pflege in der Berufsfachschule für Pflege in Immenstadt

Kinästhetik ist ein Handlungskonzept, mit der die Bewegung von Patienten schonend unterstützt wird (ohne Heben und Tragen), und beschreibt die Wahrnehmungsempfindung während der Bewegung. Für die Pflege bedeutet angewandte Kinästhetik eine sanfte Unterstützung für die Patient*innen. Die Pflege von bewegungseingeschränkten Menschen kann auch für Pflegekräfte körperlich eine Belastung sein. Mit Kinästhetik ist es für alle Beteiligten möglich, schonendere Bewegungen auszuführen und diese zu unterstützen. Mobilisation und Transfer werden dadurch einfacher.

Sanfte Bewegungen für die Patienten

Carmen Stetter, Lehrkraft an der Berufsfachschule für Pflege in Immenstadt, vergleicht dies so: "Menschen sind keine Kartoffelsäcke, die gehoben werden – es soll kein 'Hauruck' geben. Stattdessen sollen kinästhetische Abläufe eine deutliche Erleichterung schaffen. Entsprechend werden Körpergewicht und Gelenke unterstützt. Der Patient oder die Patientin wird befähigt, vorhandene Kräfte und Fähigkeiten einzusetzen."

Der wichtigste Faktor in der Kinästhetik der Pflege ist das individuelle Eingehen auf die betreffenden Patienten, sodass auch die psychischen Anteile der Versorgung berücksichtigt werden. Wird konsequent nach kinästhetischen Prinzipien gearbeitet, so fällt es den Patienten leichter, Hilfe anzunehmen. "Ein positiver Kreislauf entsteht und die Zusammenarbeit wird auch emotional leichter", so Stetter.

Vorteile für Patient und Pfleger

"Wir sehen, dass es Schwierigkeiten gibt, Pflegebedürftige optimal zu bewegen und dass dadurch auch die Gesundheit der Pflegenden leidet. Wir möchten diese Situation ändern", ergänzt Stetter. Aus diesem Grund setzt die Immenstädter Pflegeschule dieses Konzept nun mit ihren Schülerinnen und Schülern um. Stetter erhofft sich dadurch einen kontinuierlichen Übergang in die Praxis. "Wir wollen somit versuchen, dass kinästhetische Bewegungsabläufe ritualisiert werden. Das schützt auch die Pflegenden und es gibt weniger krankheitsbedingte Ausfälle."

Kinästhetik als fester Bestandteil im Curriculum

Mittlerweile ist die Kinästhetik ein fester Bestandteil an der Pflegeschule Immenstadt und wird von Beginn an im Ausbildungsstundenplan berücksichtigt. Durch kontinuierliche Wiederholungen über die gesamte Ausbildung hinweg wird die Vertiefung der Kompetenzen und Eigenerfahrungen der Schüler*innen gewährleistet. Außerdem wird die Methode mit anderen Unterichtsinhalten (z. B. Mobilitätsförderung, Rückenschule, etc.) verknüpft. Dabei gibt es praktische Aufträge für die Schüler*innen, begleitet von Lehrkräften und Praxisanleiter*innen. Letztere unterstützen die Auszubildenden zudem bei der Umsetzung. 

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