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Neue Teilqualifizierung für das Elektrohandwerk

Handwerkskammer für Schwaben plant gemeinsam mit Agentur für Arbeit und bfz innovative Qualifizierungsoffensive für die Elektrotechnik in Augsburg, Donauwörth und Kempten.

Man sieht einen Elektroniker bei der Arbeit.

Rund drei Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren in Deutschland verfügen laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) über keinen anerkannten Berufsabschluss. Gleichzeitig suchen Handwerksbetriebe händeringend nach qualifizierten Fachkräften. Um diese beiden Herausforderungen zusammenzubringen, plant die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) im Herbst 2026 gemeinsam mit der Agentur für Arbeit sowie den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) eine neue Teilqualifizierung im Beruf Elektronikerin/Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik.

Das Projekt „ELEK Schwaben“ richtet sich insbesondere an ungelernte oder angelernte Beschäftigte sowie an Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss, die sich beruflich weiterentwickeln möchten. Die Teilqualifizierung (TQ) ist als modulare Weiterbildung aufgebaut und verbindet theoretische Inhalte mit umfangreichen Praxisphasen in den Betrieben. Begleitet wird das Angebot durch attraktive Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit.

Eine praxisnahe berufliche Weiterentwicklung

Entstanden ist das Projekt aus bundesweiten Entwicklungen bei den Teilqualifizierungen des Handwerks sowie aus intensiven Gesprächen mit Elektrobetrieben und Arbeitsmarktpartnern in Schwaben. „Die duale Ausbildung bleibt für uns der Königsweg in die berufliche Qualifikation und die wichtigste Grundlage für die Fachkräftesicherung im Handwerk. Teilqualifizierungen sind ausdrücklich kein Ersatz dafür“, betont Volker Zimmermann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben. „Sie eröffnen jedoch Menschen, die bislang keinen Berufsabschluss erwerben konnten, einen praxisnahen und realistischen Weg, sich beruflich weiterzuentwickeln und langfristig je nach individuellem Bedarf sogar einen anerkannten Abschluss nachzuholen.“

Agentur für Arbeit unterstützt Qualifizierung umfassend

Eine zentrale Säule des Projekts ist die Förderung durch die Arbeitsagenturen Augsburg, Donauwörth und Kempten-Memmingen. Je nach individueller Voraussetzung können sowohl die Lehrgangskosten als auch die Entgeltkosten während der Qualifizierung vollständig übernommen werden. Darüber hinaus bestehen Fördermöglichkeiten für eine anschließende Umschulung, weitere Qualifizierungsmodule oder für die Vorbereitung auf eine Externen-Prüfung zum Berufsabschluss.

„Die Qualifizierung von Menschen ohne Berufsabschluss gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer zukunftsorientierten Arbeitsmarktpolitik“, erklärt Roland Fürst, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Augsburg. „Mit der Teilqualifizierung schaffen wir eine Brücke zwischen den Bedürfnissen der Betriebe und den Chancen der Menschen auf dem Arbeitsmarkt.“

bfz übernimmt die praktische Umsetzung

Durchgeführt wird die Teilqualifizierung von den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gemeinnützige GmbH. Die Lehrgänge starten an den bfz-Standorten in Augsburg, Donauwörth und Kempten. Die Weiterbildung kombiniert fachtheoretischen Unterricht, praktische Ausbildungsanteile und betriebliche Lernphasen.

„Teilqualifizierungen sind ein bewährter Weg, Menschen ohne Berufsabschluss Schritt für Schritt an einen anerkannten Berufsabschluss heranzuführen und gleichzeitig die Bedarfe der Unternehmen zu berücksichtigen“, sagt Susanne Mauser-Kick, Leiterin des Produktmanagements Fort- und Weiterbildung der bfz. „Unser Ziel ist es, den Teilnehmenden praxisnahes Fachwissen zu vermitteln und ihnen echte Entwicklungsperspektiven im Elektrohandwerk zu eröffnen.“

Die bfz bringen dabei ihre langjährige Erfahrung in der Umsetzung von Teilqualifizierungen und der beruflichen Weiterbildung ein. „Das Besondere an ELEK Schwaben ist die enge Zusammenarbeit aller Partner. Dadurch entsteht ein Qualifizierungsangebot, das sich konsequent an den Anforderungen der Praxis orientiert und sowohl den Teilnehmenden als auch den Unternehmen einen spürbaren Mehrwert bietet“, so Mauser-Kick weiter.

Elektrohandwerk begrüßt das Projekt

Der Landesinnungsverband für das Bayerische Elektrohandwerk hat maßgeblich an der neuen Initiative mitgearbeitet. „Unsere Betriebe stehen vor großen Herausforderungen bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte“, sagt Landesinnungsmeister Konrad Rebholz. Aus Sicht des Verbands bietet das Konzept erhebliche Chancen: „Die Teilqualifizierung ermöglicht es den Unternehmen, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt weiterzuentwickeln.“ Rebholz sieht insbesondere die enge Verzahnung von Qualifizierung und betrieblicher Erfahrung als Stärke des Projekts.

Beitrag zur Fachkräftesicherung in Schwaben

Mit „ELEK Schwaben“ bündeln Handwerkskammer, Agentur für Arbeit, bfz und Elektrohandwerk ihre Kräfte, um neue Wege bei der Fachkräftesicherung zu gehen. Nach erfolgreicher Belegung einer Teilqualifizierung halten die Teilnehmenden ein bundesweit anerkanntes Zertifikat in den Händen. Sie können als vollwertige Fachkräfte in einem definierten Teilbereich eingesetzt werden oder das Modul als Sprungbrett nutzen, um schrittweise den vollen Berufsabschluss nachzuholen.

Zu ELEK Schwaben gibt es demnächst noch Online-Infoveranstaltungen. Interessierte Betriebe können sich an die Handwerkskammer für Schwaben wenden.

Weitere Informationen auch unter: https://www.hwk-schwaben.de/elek-schwaben

ANSPRECHPARTNER

Handwerkskammer Schwaben

Thomas Röhrle

Teamleiter Ausbildungsberatung

Telefon: 0821 3259-1252
E-Mail: thomas.roehrle@hwk-schwaben.de