bfz.de Grundsicherung
NEUE GRUNDSICHERUNG
Seit dem 1. Juli 2026 ersetzt die neue Grundsicherung für Arbeitsuchende das bisherige Bürgergeld. Die Vermittlung in Arbeit steht nun noch stärker im Mittelpunkt. Der Fokus der Jobcenter liegt dabei noch stärker auf der Vermittlung und Integration in den Arbeitsmarkt: Die Berater*innen helfen arbeitssuchenden Personen dabei, einen Job zu finden oder sich dafür zu qualifizieren. Wer arbeiten kann, soll aktiv daran mitwirken, eine Beschäftigung zu finden.
Bei der Reform gilt: Eine schnelle Arbeitsaufnahme ist wichtig. Sie sollte aber auch eine dauerhafte Perspektive bieten. Fehlen berufliche Kenntnisse oder ein passender Abschluss, kann eine Weiterbildung weiterhin der richtige Weg sein.
Die bfz unterstützen Sie dabei, Ihre beruflichen Möglichkeiten zu prüfen und passende nächste Schritte zu planen.
Was bedeutet der Vermittlungsvorrang bei der Grundsicherung?
Das Jobcenter prüft zunächst, ob Sie direkt in eine passende Arbeit vermittelt werden können. Ist eine geeignete Stelle verfügbar, kann diese Vorrang vor einer längeren Qualifizierung haben.
Weiterbildung bleibt trotzdem ein wichtiges Instrument. Sie kann gefördert werden, wenn sie Ihre Chancen auf eine nachhaltige Beschäftigung verbessert. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Ihnen Fachkenntnisse fehlen oder Sie keinen passenden Berufsabschluss besitzen.
Eine Weiterbildung kann besonders sinnvoll sein, wenn Sie:
- längere Zeit nicht in Ihrem Beruf gearbeitet haben,
- neue technische oder fachliche Kenntnisse brauchen,
- sich beruflich neu orientieren müssen,
- ohne Qualifizierung nur geringe Chancen auf dauerhafte Arbeit haben.
Teilqualifikation: Schritt für Schritt neue Chancen schaffen
Eine Teilqualifikation ist eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung. Sie richtet sich vor allem an Erwachsene, die keinen passenden Berufsabschluss haben oder gezielt neue Fachkenntnisse erwerben möchten. Ein anerkannter Ausbildungsberuf wird dafür in mehrere Lernabschnitte aufgeteilt. Jeder Abschnitt vermittelt Kenntnisse für einen bestimmten beruflichen Aufgabenbereich. Sie müssen also nicht sofort eine mehrjährige Umschulung beginnen.
Zu einer Teilqualifikation gehören in der Regel
- ein klar abgegrenzter Lernbaustein
- praktische Übungen oder eine betriebliche Phase
- eine Kompetenzfeststellung
- ein Zertifikat über die erworbenen Fähigkeiten
Nach jedem Baustein können Sie Ihre neuen Kenntnisse bei Bewerbungen nachweisen. Weitere Teilqualifikationen lassen sich später anschließen. Sind die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, kann am Ende die Externenprüfung bei der zuständigen Kammer folgen.
Warum gewinnt die Teilqualifikation an Bedeutung?
Die neue Grundsicherung setzt auf eine möglichst schnelle und dauerhafte Eingliederung in Arbeit. Genau hier kann eine Teilqualifikation ansetzen. Sie lernen in überschaubaren Etappen. Die Inhalte sind praxisnah und auf konkrete berufliche Tätigkeiten ausgerichtet. Schon ein einzelner Baustein kann Ihre Chancen auf eine Stelle verbessern. Gleichzeitig bleibt die Perspektive auf einen anerkannten Berufsabschluss erhalten.
Eine Teilqualifikation eignet sich daher besonders, wenn
- für eine Stelle noch bestimmte Kenntnisse fehlen,
- eine lange Umschulung zunächst nicht infrage kommt,
- Sie Lernen und andere Verpflichtungen verbinden müssen,
- Sie Ihre Qualifikation schrittweise aufbauen möchten.
Coaching: Orientierung und Unterstützung
Nicht immer ist sofort klar, welcher Beruf oder welche Weiterbildung passt. Vielleicht benötigen Sie Unterstützung bei Bewerbungen. Vielleicht erschweren persönliche oder organisatorische Probleme die Arbeitssuche.
Ein Coaching hilft Ihnen, Ihre Situation zu klären und einen realistischen Plan zu entwickeln. Ihr*e Ansprechpartner*in bearbeitet mit Ihnen gemeinsam folgende Fragen:
- Welche Stärken und Erfahrungen bringen Sie mit?
- Welche Tätigkeiten passen zu Ihnen?
- Ist eine direkte Arbeitsaufnahme möglich?
- Welche Kenntnisse fehlen Ihnen?
- Ist eine Teilqualifikation sinnvoll?
- Wie verbessern Sie Ihre Bewerbungsunterlagen?
Ein Coaching kann auch den Übergang in eine Weiterbildung oder Beschäftigung vorbereiten. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Förderung über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) möglich. Über die Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
WELCHE FÖRDERUNG IST MÖGLICH?
Eine Teilqualifikation oder andere berufliche Weiterbildung kann über einen Bildungsgutschein gefördert werden. Voraussetzung ist, dass das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit die Weiterbildung als notwendig einstuft. Auch der Bildungsträger und die Maßnahme müssen zugelassen sein.
Bei einer geförderten, abschlussorientierten Teilqualifikation wird zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro pro Monat gezahlt. Sprechen Sie vor Beginn mit Ihrer Ansprechperson beim Jobcenter oder bei der Agentur für Arbeit. Die Förderung muss vor dem Start bewilligt sein.
Mit den bfz den nächsten Schritt planen
Die bfz bieten Weiterbildungen, Teilqualifikationen sowie Angebote zur beruflichen Orientierung, zum Coaching und zur Vermittlung an. Gemeinsam prüfen wir, welches Angebot zu Ihrer Situation und Ihrem beruflichen Ziel passt. Viele Weiterbildungen der bfz sind nach der AZAV zugelassen und können mit einem Bildungsgutschein oder dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) gefördert werden.
Die neue Grundsicherung betont die schnelle Vermittlung. Doch eine dauerhafte Beschäftigung braucht oft mehr als einen freien Arbeitsplatz. Eine passende Qualifikation kann die Grundlage dafür schaffen.
ANGEBOTE DER bfz IM ZUGE DER GRUNDSICHERUNG
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ZUR GRUNDSICHERUNG
Was ändert sich durch die neue Grundsicherung?
Die Vermittlung in Arbeit steht stärker im Mittelpunkt. Das Jobcenter prüft, ob eine direkte Arbeitsaufnahme möglich ist oder ob zunächst eine Weiterbildung, Teilqualifikation oder andere Unterstützung sinnvoll ist.
Kann ich mit Grundsicherung weiterhin eine Weiterbildung machen?
Ja. Eine Weiterbildung kann weiterhin gefördert werden. Sie muss Ihre Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung verbessern und zu Ihrer persönlichen beruflichen Situation passen.
Was bedeutet der Vermittlungsvorrang für eine Weiterbildung?
Das Jobcenter prüft zunächst, ob eine passende Stelle verfügbar ist. Fehlen Ihnen wichtige Kenntnisse oder ein Berufsabschluss, kann eine Weiterbildung trotzdem der bessere Weg in eine langfristige Beschäftigung sein.
Warum ist eine Teilqualifikation bei der Grundsicherung sinnvoll?
Eine Teilqualifikation vermittelt berufliche Kenntnisse in überschaubaren Abschnitten. Dadurch können Sie sich gezielt für bestimmte Tätigkeiten qualifizieren und Ihre Chancen auf eine schnelle Arbeitsaufnahme verbessern.
Kann eine Teilqualifikation zu einem Berufsabschluss führen?
Ja. Die einzelnen Bausteine können aufeinander aufgebaut werden. Nach den notwendigen Teilqualifikationen kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Externenprüfung bei der zuständigen Kammer folgen.
Welche Rolle spielt Coaching bei der Grundsicherung?
Ein Coaching kann Ihnen helfen, ein berufliches Ziel zu finden, Bewerbungen vorzubereiten, unterstützen eine neue Stelle zu finden und Hindernisse auf dem Weg in Arbeit zu lösen. Auch die Wahl einer passenden Weiterbildung oder Teilqualifikation kann Teil des Coachings sein.
Wie werden Teilqualifikation und Coaching gefördert?
Eine Teilqualifikation kann über einen Bildungsgutschein gefördert werden. Für ein Coaching kommt häufig ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) infrage. Die Entscheidung trifft das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit.
