„Im Ernstfall die 110 wählen, das eigene Bauchgefühl ernst nehmen und darauf vertrauen, dass die Polizei die nächsten Schritte übernimmt“, nimmt Diana Tamele, Koordinatorin für die Fach- und Berufsfachschulen am bfz-Standort Mittelfranken, als wichtige Erkenntnis aus dem Vortrag mit. Vier Stunden lang hat sie sich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der bfz-Schulen, dem Jugendbereich und kooperativem Ganztag gedanklich mit dem Thema Gewalt auseinandergesetzt.
Ein Vortrag des Polizeipräsidiums Mittelfranken, auch zu Aspekten wie Amoklauf oder Bombendrohung, hatte die 28 Teilnehmenden dazu angeregt, sich auch untereinander über Gewalterfahrungen auszutauschen und sich vor allem mit der Frage zu beschäftigen: Wo beginnt Gewalt, wie kündigt sie sich an und was kann ich tun, wenn eine Situation eskaliert?
Körpersprache ist wichtig
„Für den einen ist es nur ein blöder Spruch, für den anderen schon eine Grenzverletzung“, schildert Diana als Beispiel dafür, wie unterschiedlich Situationen wahrgenommen werden können. „Es war noch einmal interessant, sich bewusst zu machen, dass wir mit unserer Mimik und Gestik Situationen provozieren oder auch deeskalieren können.“
Die Idee zur Veranstaltung hatte Wolfgang Semmelmann, der Sicherheitsbeauftragte am Standort. In Zusammenarbeit mit den Schulleitungen hat er jüngst das Krisenkonzept weiterentwickelt. Dabei handelt es sich um den Notfallplan, der Schulleitungen und Lehrkräften klare Handlungsanweisungen bei akuten Krisen vorgibt. „Im Austausch kam dann raus, dass die reine Theorie nicht alle Unsicherheiten beseitigen kann. So entstand der Wunsch, die Inhalte durch einen praxisnahen Impuls der Polizei zu ergänzen“, erklärt er.
Den Alltag im Blick
Da auch die Kolleg*innen im Jugendbereich und im Ganztag mit Themen wie Mobbing, Beleidigungen und Ausgrenzung konfrontiert sind, wurden die Leitungen dieser Bereiche ebenfalls zur Veranstaltung eingeladen. Eine wertvolle Veranstaltung, so die allgemeine Rückmeldung – eine, die zu einer weiteren Auseinandersetzung mit Gewalt und deren Prävention anregt.
Selbst Sicherheitsbeauftragter Semmelmann nimmt Wichtiges für sich mit: „Ich bin zwar so tief in der Materie drin. Inhaltlich habe ich nicht viel Neues erfahren. Was ich dennoch eindrücklich fand, war zu hören, unter welchem Druck die Polizei steht. Dass diese ständig mit der Angst vor Gewalt leben müssen.“