Als einzige in Bayern bildet die Schule berufsbegleitend Fachkräfte aus der Kunststoffbranche zu staatlich geprüften Techniker*innen weiter. „Unsere Unternehmen brauchen Menschen wie Sie”, betonte Weißenburgs Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt (SPD) mit Blick auf 13 frisch gebackene Techniker*innen. „Ich hoffe, viele von Ihnen bleiben unserer Region erhalten.” Dozent*innen, Ehemalige sowie Gratulierende aus Politik und Wirtschaft feierten die Schüler*innen des aktuellen Abschlussjahrgangs und ihre Schule im Restaurant Kastanienhof in Pleinfeld.
Elastisch, flexibel, belastbar
Die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) betreiben die Weißenburger Schule für Kunststofftechnik und Faserverbundtechnologie. Sie startete 1990 mit 14 Schüler*innen. Rund 400 Absolvent*innen hat man seither ausgebildet. Die kunststoffverarbeitende Industrie gilt als Hauptwirtschaftszweig der Region Altmühlfranken. Die Schule versorgt die ansässigen Unternehmen mit hochqualifizierten Fachkräften. Die meisten Schüler*innen kommen folgerichtig aus dem direkten Umkreis, immer wieder gibt es aber auch angehende Techniker*innen, die einen Weg bis aus dem Münchner Raum auf sich nehmen.
„Kunststoff ist unter anderem elastisch, flexibel und belastbar. Und das sind auch Sie”, lobte der stellvertretende Landrat Hubert Stanka die jüngsten Absolvent*innen. Vier Jahre dauert die Weiterbildung, Unterricht ist immer Freitagnachmittag und Samstag, in wöchentlich 18 Schulstunden. Parallel arbeiten die Schüler*innen in der Kunststoffbranche. Diese „große Leistung” wurde in allen Festreden gewürdigt. „Ein Marathon, kein Sprint” sei die Ausbildung, so Schulleiter Holger Munzert. Er dankte neben den jungen Techniker*innen auch ihren Angehörigen und den Lehrkräften.
Praxisnah, motiviert, familiär
„Herzlichen Glückwunsch und Danke für das Vertrauen in unsere Fachschule”, fügte bfz-Geschäftsführer Wolfgang Braun in seiner Rede an. Die Weißenburger Schule ist eine von sieben Berufsfach- und Fachschulen am Standort Mittelfranken. Sie zeichnet sich durch Praxisnähe, ein hochkarätiges Netzwerk und digitale Innovation aus. Schüler*innen und Dozent*innen kommen aus der Branche. „Sie bleiben in den Unternehmen und bringen ihre neuen Fähigkeiten direkt ein. Das wird sehr geschätzt”, weiß Schulleiter Holger Munzert. Mit nur zwei Klassen herrscht außerdem eine angenehm familiäre Atmosphäre in der Schule.
Die Schule kooperiert eng mit dem Kunststoffcampus Bayern, der gemeinsamen Forschungs- und Bildungseinrichtung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach und der Technischen Hochschule Deggendorf. An den bfz-Schulen absolvieren in diesem Jahr insgesamt 150 Schüler*innen ihren Abschluss als Fachkräfte vor allem im pflegerischen, pädagogischen und therapeutischen Bereich.