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Zeitreise in die 50er: Ausstellung verbindet Generationen

Eine Ausstellung im Mehrgenerationenhaus Miltenberg lässt die 50er-Jahre lebendig werden. BvB-Teilnehmende wirkten beim Aufbau mit und entdeckten dabei auch für sich die Welt von früher.

Plattenspieler, alte Bildzeitung, Verpackungen, Autogrammkarten und eine alte Kamera werden auf einer Ausstellung präsentiert

„Zurück in die 50er – Alltag und Lebenswelt aus vergangenen Zeiten“: Unter diesem Motto fand im Mehrgenerationenhaus in Miltenberg eine besondere Ausstellung statt. In Kooperation mit den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) vom Standort Aschaffenburg und den Johannitern wurde die Zeitreise von Teilnehmenden der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) mitgestaltet. Die ausgestellten Exponate stammen aus der privaten Sammlung von Susanne Mottl, Dozentin in der BvB.

„Schon lange wollte ich eine Ausstellung für ältere Menschen machen. Im Rahmen der Berufsorientierung hat sich nun die Gelegenheit ergeben, die Erinnerungsstücke hier im Mehrgenerationenhaus zu zeigen“, erklärt Susanne Mottl.

Geschichte zum Anfassen

Die jüngste Besucherin der Ausstellung war 18, die älteste 101 Jahre alt. Die Ausstellung verstand sich daher als Beitrag gegen das Vergessen und für das Erinnern. Nur selten kommen Menschen aus drei Generationen auf so engem Raum miteinander ins Gespräch. Hier jedoch wurde genau dieser Austausch möglich. Für die jüngere Generation wurde die Ausstellung zu einem lebendigen Lernort. Zoey (18) beschreibt den Reiz so: „Im Gegensatz zum Internet oder YouTube kann man die Sachen hier anfassen und sich besser vorstellen.“ 

Besondere Aufmerksamkeit erregte bei den Jugendlichen unter anderem die Fotokamera Agfa Clack aus den 50er-Jahren. Ob damit wohl schon Selbstporträts beziehungsweise „Selfies“ möglich waren? 

Erinnerungen werden lebendig

Der Klang des klassischen Schlagers „Stern von Rio“ auf Schellackplatte mit einer Drehgeschwindigkeit von 78 Umdrehungen pro Minute war dumpf und rauschend. Bei vielen Seniorinnen und Senioren weckte die Musik Erinnerungen an ihre Jugend. Aufmerksamkeit erregte auch die Autogrammkarte des Fußballspielers Wolfgang Overath. Ein Bewohner erkannte ihn sofort und wusste, dass er doch Weltmeister von 1974 ist! Mit 101 Jahren war Meta die älteste Besucherin der Ausstellung. Sie freute sich besonders über die Melitta-Filtertüten. „Mir schmeckt Filterkaffee am besten. Aber den gibt’s heute ja kaum noch“, sagte sie schmunzelnd.

Austausch geht weiter

Immer wieder waren an diesem Tag Sätze wie „Weißt du noch?“ oder „Das kenne ich auch noch!“ zu hören. Auch wenn es nur eine einmalige kurze Zeitreise war, die sich den älteren Menschen bot, für einen Moment wurde die Welt der 50er-Jahre wieder lebendig. In den nächsten Monaten soll die Begegnung von Jung und Alt fortgesetzt werden. Geplant ist ein Spielenachmittag mit den BvB-Teilnehmenden.

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