Die Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der Bildungslandschaft in Schweinfurt und Unterfranken. Mit seinen Qualifizierungsangeboten und arbeitsmarktpolitischen Projekten unterstützen die bfz Menschen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln, berufliche Kompetenzen auszubauen und individuelle Lebenssituationen zu stabilisieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Menschen mit Vermittlungshemmnissen, auf Migrantinnen und Migranten sowie auf Personen, die nach längerer Erwerbslosigkeit wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen möchten.
Vor diesem Hintergrund wurde im April 2025 im CAFE-Laden des bfz Schweinfurt das durch den ESF+ Bayern und Landesmitteln geförderte Projekt „Auf in die Pflege“ gestartet. Das Ziel: Menschen mit Migrationshintergrund und langanhaltender Arbeitslosigkeit systematisch und praxisnah an eine Tätigkeit in der Pflege oder Pflegeunterstützung heranzuführen. Das Projekt verbindet berufliche Qualifizierung mit intensiver sozialpädagogischer Begleitung, Sprachförderung und individuellem Kompetenzaufbau. Durch Gruppen- und Einzelcoachings gelingt es, persönliche Stärken sichtbar zu machen, Hemmnisse abzubauen und die Teilnehmenden gezielt auf den Einstieg in ein neues berufliches Umfeld vorzubereiten. In Kooperation mit den Jobcentern der Stadt und dem Landkreis Schweinfurt, konnten in zwei Durchläufen insgesamt 32 Teilnehmende betreut werden.
„Wir erleben in jedem Durchlauf, wie sehr Menschen aufblühen, sobald sie Vertrauen, Orientierung und eine realistische Perspektive erhalten. Integration gelingt nicht durch Druck, sondern durch Beziehung, Verlässlichkeit und individuelle Förderung“, beschreibt Christopher Schirling, Fachkoordinator im bfz Schweinfurt, die Arbeit seines Teams. „Für uns ist es immer wieder bewegend zu sehen, wie aus anfänglicher Unsicherheit echte Motivation und beruflicher Stolz entstehen.”
Bereits der erste Projektdurchlauf von Mai bis September 2025 erzielte bemerkenswerte Ergebnisse. Fünf Teilnehmende setzten ihren Bildungsweg direkt anschließend im Kurs „Alltagsbegleiter“ der bfz-Berufsfachschulen in Bad Kissingen fort. Sie wurden dabei hybrid und wohnortnah vom Standort Albrecht-Dürer-Platz aus in den Unterricht zugeschaltet. Darüber hinaus konnten weitere fünf Teilnehmende erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Auch der zweite Projektdurchlauf von September 2025 bis März 2026 bestätigte diesen positiven Trend. Erneut nahmen fünf Teilnehmende im Anschluss erfolgreich an der Alltagsbegleiter‑Qualifizierung des bfz teil, ebenfalls im hybriden Modell. Zwei weitere Teilnehmende konnten bereits während der Projektlaufzeit erfolgreich in eine Beschäftigung vermittelt werden. Ergänzend wurde das Vorhaben durch einen berufsbezogenen Deutschkurs (Job‑BSK) begleitet, der speziell auf die Anforderungen im Pflegebereich ausgerichtet war und maßgeblich zum Erfolg beitrug.
Insgesamt konnten in beiden Durchläufen 30 Menschen erfolgreich qualifiziert werden, ein deutlicher Beleg dafür, welches Potenzial in dieser Zielgruppe steckt, wenn passgenaue Unterstützung angeboten wird. Gleichzeitig zeigt sich, wie wesentlich Projekte dieser Art für die regionale Fachkräftesicherung sind: Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und soziale Träger profitieren unmittelbar von den neu gewonnenen Arbeitskräften, die gut vorbereitet und hochmotiviert in ihre berufliche Zukunft starten.
„Auf in die Pflege“ ist damit weit mehr als ein reines Qualifizierungsprojekt. Es baut Brücken zwischen Menschen, Institutionen und dem Arbeitsmarkt, stärkt Teilhabe und Selbstwirksamkeit und zeigt: Integration gelingt dort, wo Menschen individuell begleitet werden und Zeit, Zuversicht sowie professionelle Unterstützung erhalten. Für die Stadt Schweinfurt und die Region ist das Projekt ein gelungenes Beispiel dafür, wie Bildung, Sozialarbeit und Arbeitsmarktpolitik ineinandergreifen können, um neue Perspektiven zu eröffnen und gesellschaftliche Teilhabe nachhaltig zu fördern.