Rund hundert Jugendliche mit Migrations- und Fluchtgeschichte lernen an der Berufsschule Bad Kissingen Deutsch und erleben dabei, dass Lernen weit mehr sein kann als Grammatik und Rechtschreibung.
Beim Domino‑Projekt, begleitet vom bfz Schweinfurt und angeleitet durch Spielpädagoge Bernd Bullnheimer, wurde die Sporthalle zur Lernlandschaft: In kleinen Teams entstanden Linien, Kurven und Türme, fielen zwischendurch um, wurden neu gedacht und schließlich besser wieder aufgebaut. Die symbolische Botschaft war spürbar: Jede Handbewegung zählt, jede Stimme hat Gewicht, und jedes Teil fügt sich nur dann, wenn das Miteinander stimmt.
Bullnheimer traf mit seiner anschaulichen Art den Nerv des Tages. „Ein kleiner Stoß – und dann Drrrrrrrrrr…!“, erklärt er den Domino‑Effekt, während die 15‑ bis 20‑Jährigen konzentriert bauen, lachen und sich gegenseitig helfen. Wenn eine Figur einstürzte, war das kein Rückschlag, sondern eine Einladung, es gemeinsam erneut zu versuchen. „Das gehört dazu“, betont Bullnheimer und zollt Respekt: „Ihr habt super zusammengearbeitet.“ Mit seinem Unternehmen „Main Connect“ setzt er solche Projekte seit Jahren in der Region, von der Grundschule bis ins Management um. So bringt er Gruppen jeder Altersstufe auf den Boden und zeigt, wie gemeinsames Denken, gegenseitige Unterstützung und kreative Lösungswege zu sichtbaren Erfolgen führen.
Für unsere Pädagogin Lynnette Hartlieb von den bfz Schweinfurt und das Team ist die Botschaft klar: Erlebnispädagogik gibt Raum für Kompetenz zur Problemlösung, Durchhaltevermögen und Selbstwirksamkeit – und sie schafft gemeinsames Erfolgserleben, das in den Klassen nachhallt. Auch die „DKBS-Alpha“ (Deutschklasse an Berufsschulen), die beim Deutschlernen noch ganz am Anfang steht, war dabei und wuchs sichtbar zusammen. Möglich wurde das Projekt dank Fördermitteln des Freistaates Bayern (Landesamt für Schule) sowie der verlässlichen Kooperation zwischen Schule, bfz und Main Connect. Dieses Miteinander auf Augenhöhe ist die Grundlage dafür, dass die Jugendlichen ihre Stärken entdecken, Verantwortung übernehmen und sich in der neuen Sprache und in der Gemeinschaft zurechtfinden.
Am Ende stand das große Finale: „Drrrrrrrrrr!“ – und die Kettenreaktion lief unter Applaus. Im Klassenzimmer folgte tags darauf die vielleicht schönste Rückmeldung: „Wann machen wir das wieder?“ Die Antwort ist in Planung, denn solche Erfahrungen tragen, verbinden und wirken weit über den Tag hinaus.
Quellenhinweis und Dank: Der Beitrag basiert auf einem Pressetext unserer Mitarbeiterin Anke Schmitt‑Gundelach, den sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.










