Noch eine Schraube, dann ist auch das letzte Holzschild angebracht. Es weist ab jetzt alle Besucher*innen in der Heilig-Kreuz-Straße 2 in Ansbach ganz ästhetisch den Weg in Richtung WC. Barbara Bauereiß-Missalla, Gerd Grötsch und Gerhard Hörauf treten einen Schritt zurück – und sind sehr zufrieden. Die drei sind Seminarleiter*innen in den Werkstätten im Haus. In den letzten Monaten haben sie sich zudem so richtig ins Zeug gelegt und den kargen Eingangsbereich in eine echte Wohlfühloase verwandelt.
„Als ich vor eineinhalb Jahren hier angefangen habe zu arbeiten, ist mir aufgefallen, dass der Eingangsbereich nicht wirklich einladend ist. Mir persönlich ist eine Wohlfühlatmosphäre aber sehr wichtig und ich versuche immer das Beste aus Räumen rauszuholen — auch für die Schüler*innen, die sich hier willkommen fühlen sollten“, erinnert sich Barbara, gelernte Designerin für Schmuck und Gerät sowie Uhrmacherin und jetzt Seminarleiterin in der Metallwerkstatt. „Und dann stand da eines Tages auf der Straße diese schwarze Ledersofaecke, die jemand wegwerfen wollte. Mit ein paar Schüler*innen haben wir diese kurzerhand reingeholt und hier aufgestellt– und sofort konnte ich mir vorstellen, dass hieraus eine echte Willkommenshalle mit viel Aufenthaltsqualität werden kann.“
Barbara wendet sich an ihre Chefinnen und auch von ganz oben bekommt sie sofort grünes Licht zur Umgestaltung. Nebenher zu ihrem eigentlichen Job entwirft sie ein Farbkonzept, angelehnt an die bfz- und gfi-Farben, kreiert Themenwände, die den Raum einrahmen werden, bestellt Typoposter, Flaggenwimpel, eine neue Uhr – und holt ihre Kollegen Gerd und Gerhard ins Boot. Beide sind gelernte Schreiner und bringen ihre Expertise für das Design und den Bau von einladenden Holzsitzmöbeln ein. Gemeinsam streichen sie die Wände und stellen als letzten Akt den hölzernen Wegweiser auf.
Schüler*innen-Ideen für die Lehrküche
Ein Schild darauf weist in Richtung Lernküche, die seit diesem Monat ebenfalls komplett neu ist. „Im Herbst 2024 haben wir beschlossen, dass wir für den Lehrbetrieb eine neue Küche brauchen“, erzählt Gerhard. „Die alte war einfach durch, schnell war deshalb klar, wir wollen das rasch realisieren.“ Gemeinsam mit den Schüler*innen und Kolleg*innen startet er in die Planung. „Diese echte Teamarbeit war für mich eine neue und zugleich spannende Erfahrung.“
In CAD visualisiert er die Ideen und erste Entwürfe, die so am Computer schnell von allen verstanden, bewertet und optimiert werden können. Kostenvoranschläge werden eingeholt, neue Geräte und Edelstahlschränke gekauft – und der Einbau im Detail geplant. Denn der tatsächliche Einbau muss schnell gehen. Innerhalb von zwei Wochen, in den Osterferien, bauen Schüler*innen und Mitarbeitende die alte Küche ab, streichen die die Wände neu und montieren die neue. Nur für die neue Elektrik und Installation werden Fachhandwerksunternehmen beauftragt.
Zwei gelungene Umgestaltungsprojekte
„Wir brauchten auch neue LED-Leuchten und neue Abwasserleitungen. Das kam noch dazu. Aber alles lief total reibungslos. Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligter war die neue Küche pünktlich am letzten Ferientag komplett fertig – inklusive eingeräumter Küchenutensilien. Vielen Dank noch mal an alle. Das war eine echte Herausforderung. Aber mit Happyend! Total toll war, wie sich die Schüler*innen eingebracht haben. Ihr großes Engagement hat entscheidend zum Erfolg beigetragen“, ergänzt Gerhard.
Sowohl die neue Küche als auch der neu gestaltete Eingangsbereich kommen bei den Schüler*innen, die zur Berufsorientierung ins Gebäude kommen, sehr gut an – und auch alle Mitarbeitenden im Haus freuen sich über die neue Willkommensatmosphäre. Nur eine sieht noch Verbesserungspotenzial. „Vielleicht organisiere ich noch ein paar Pflanzen, mal sehen“, lacht Barbara.