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Landrat des Landkreises Ansbach zu Gast im Unterricht

Gelungene politische Teilhabe: Von seinem Besuch in der Berufsvorbereitungsklasse in Dinkelsbühl nimmt Marco Meier selbst ein paar Hausaufgaben mit nach Hause.

News- Foto: Eine Gruppe von Menschen posiert nebeneinanderstehend vor einem Gebäude

„Die Politiker interessieren sich doch eh nicht für uns“, werden die Schüler*innen der BVJk-Klasse in Dinkelsbühl jetzt nicht mehr sagen können. Und auch nicht: „Ist doch egal, ob ich wählen gehe oder nicht“. Zwei Stunden hat sich der neue Landrat in Ansbach, Marco Meier, Mitte April Zeit genommen und sich den Fragen, Sorgen und Wünschen der Jugendlichen gestellt. Und das waren nicht wenige: Fehlende Busverbindungen auf den Dörfern beispielsweise und Jugendtreffs auch auf dem Land. „Der Landrat hat aufmerksam zugehört, hat die Themen mitgenommen, für die das Landratsamt Ansbach zuständig ist und den Jugendlichen Tipps, gegeben, wo sie sich hinwenden können für alle anderen Anliegen“, schildert Seminarleiterin Andrea Schenk. 

Das Fach Politik und Geschichte ist fester Bestandteil des berufsvorbereitenden Jahres. Im März stand das Thema Kommunalwahlen auf dem Lehrplan – eine diskussionsreiche Unterrichtseinheit, bei der viele Schüler*innen äußerten, keinen Sinn in Wahlen zu sehen. 60 Prozent der Klasse haben einen Migrationshintergrund. Kurzerhand hat die Seminarleiterin ihre Klasse ermuntert, den kandidierenden Landrat einzuladen und selbst zu überprüfen, ob „die da oben“, wirklich kein Ohr für junge Anliegen haben.

Junge Anliegen bekommen Gewichtigkeit 

„Sie haben ihn angemailt und er hat schon am nächsten Tag geantwortet, dass er gerne für ein Gespräch in den Unterricht kommt. Das hat den jungen Leuten gezeigt, dass sie doch etwas bewirken können, wenn sie sich wirklich interessieren. Sie haben eine Gewichtigkeit bekommen“, erläutert die Seminarleitern. Mittlerweile ist der Landrat im Amt und die Klasse begeistert, dass ihre Anliegen nun „von denen da oben“ weiterverfolgt werden können. „Lebendige Politik konnte man nicht besser rüberbringen“, so das abschließende Fazit von Andrea Schenk.  

Das Berufsvorbereitungsjahr im kooperativen Modell (BVJk) richtet sich an Jugendliche, die entweder noch keinen Schulabschluss beziehungsweise noch keinen Ausbildungsplatz gefunden oder eine Ausbildung abgebrochen haben. Die Berufsvorbereitung findet in Zusammenarbeit zwischen der Berufsschule und den bfz statt. Wöchentlich werden drei Tage Unterricht in der Berufsschule erteilt, zwei Tage sind für Berufspraxis entweder in den bfz-Räumlichkeiten oder in Betrieben vorgesehen. Beides wird von den Seminarleiter*innen am bfz-Standort Dinkelsbühl begleitet. Ziel ist neben dem Erwerb eines Schulabschlusses der Abschluss eines Ausbildungsvertrages. 

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