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Großes Interesse an neuer Berufseinstiegsbegleitung BoEI

In Nürnberg begleitet Verena Barthel jetzt zehn Schüler*innen mit gesundheitlichen Einschränkungen auf ihrem Weg in eine Ausbildung.

News- Foto: Zwei junge Männer spielen Kicker vor einer Fensterfront

„Wir waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht“, erzählt Verena Barthel. Sie ist Berufseinstiegsbegleiterin bei der gfi Mittelfranken und in Nürnberg und Umgebung zuständig für das neue Programm BoEI. Das Kürzel steht für Berufsorientierende Einstiegsbegleitung inklusiv. Es wird von der Agentur für Arbeit Nürnberg finanziert. „Schon vor den Herbstferien war klar, wen ich in den nächsten zwei bis drei Jahren auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt begleiten werde. Alle angesprochenen Schulen und Lehrkräfte waren total begeistert vom Angebot.“  

Einmal in der Woche besucht die studierte Sozialpädagogin nun die Konrad-Groß-Mittelschule im Nürnberger Norden, die Bertha-von-Suttner-Schule im Nürnberger Süden und die Richard-Glimpel-Schule in Lauf. Seit Anfang November setzt sie sich dort mit den ausgewählten Schüler*innen mindestens jeweils eine ganze Unterrichtsstunde zusammen. Das gemeinsame Ziel: Schritt für Schritt herausfinden, welche Ausbildung nach der Schule die richtige ist.  

Jugendliche mit unterschiedlichen Einschränkungen

Alle sind in der achten Klasse, haben aber ganz unterschiedliche Einschränkungen, etwa eine ADHS- oder Autismus-Diagnose, Probleme mit dem Sprechen oder auch eine körperliche Behinderung, zum Beispiel eine Querschnittslähmung. „Aktuell schließen wir unsere Kennenlernphase ab. Wir haben uns bisher in einem eher lockeren Rahmen getroffen und zum Beispiel auch als Gruppe zusammen gekickert oder auch Weihnachten gemeinsam gefeiert. So konnten die Schüler*innen erleben, dass sie mit ihren Fragestellungen nicht alleine sind. Ich finde das ganz wichtig, das stärkt das Selbstvertrauen und hilft dabei, sich realistisch mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen.“

Im nächsten Schritt wird Verena genau das mit den Jugendlichen angehen: eine erste Selbsteinschätzung anleiten und dafür auch mit den Schüler*innen ausführlich über ihr bisheriges Leben, ihre Rolle in der Familie, im Freundeskreis und der Schule sprechen. „Ich merke schon jetzt, wie sehr die Schüler*innen das schätzen, dass sich jemand wirklich Zeit nimmt, zuhört und ernst nimmt, was sie zu erzählen haben. Sie lieben das.“  

Individuelle Begleitung über lange Zeit

BoEI wird die zehn Schüler*innen auch noch im nächsten Schuljahr bis zum Abschluss begleiten. Für die Jugendlichen, die bis dahin nicht das Richtige gefunden haben, wird Verena Barthel zum Beispiel in einem Berufsvorbereitenden Jahr Betreuerin bleiben. „Auch deshalb finde ich BoEI ein sehr, sehr gutes Angebot. Ich kann die Schüler*innen lange begleiten, lerne Familie und Netzwerkpartner wie den Schulsozialpädagogen, den Erziehungsbeistand und den Familienhelfer kennen und wir unterstützen uns gegenseitig, so lange bis sie in einem Betrieb auf dem 1. Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben.“ 

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